Pflanzen Waldviertel
Kolumne Weißdorn
Waldviertel Pflanzenwelt

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Die Waldviertlerin 1. September 2017

Weißdorn – Crataegus

Der unterschätzte „Alleskönner“

Aus einer Zeit wo noch der Eber selbst die Schweine beglücken durfte, haben wir folgende Überlieferung:  Ehe es wieder so weit war, dass einige Schweine hintereinander zu jenem Bauernhof gebracht wurden, wo dieser sogenannte Deck-Eber lebte, wurde dieser männliche Artgenosse ordentlich mit Weißdornblätter gefüttert, damit dieser dem Andrang der Weibchen auch konditionell stand hielt…

Vom Weißdorn fanden alle Pflanzenteile Verwendung. Aus den roten Früchten bereitete man Kompotte, Marmeladen, Mus zu. Da sie relativ geschmacksneutral sind, empfiehlt es sich, die Speisen mit Gewürzen wie Zimt zu verfeinern. Die Kerne wurden als Kaffeeersatz verwendet. Die Wurzeln wurden zerkleinert und bei eitrigen Wunden verwendet. Die Rinde wurde gekocht, und in dem Absud bei Hautproblemen gebadet. Aus den Blättern, Blüten, Früchten kann ein Tee zubereitet werden, oder die bekannte Weißdorntinktur.

Rezept Weißdorntinktur: Hierzu nimmt man eine Flasche und ¼ Liter hochprozentigen Alkohol. Im Herbst sammelt man 10 Weißdornfrüchte und gibt sie in die Flasche mit dem Alkohol. Im Winter nimmt man 10 Knospen und gibt diese ebenfalls hinzu. Im Frühling, sobald die ersten Blätter zu sehen sind, nimmt man einen Zeigefinger großen Ast mit Blättern und gibt ihn zu Gänze hinzu. Zum Schluss kommen noch 10 Blüten hinein, ehe die Tinktur weitere 4 Wochen rasten darf. Nun ist die ganze Kraft der Pflanze in dieser Tinktur. Von ihr nimmt man 10 Tropfen in der Früh in einem ¼ l Glas, gefüllt mit lauwarmen Wasser ein.

Der Weißdorn unterstützt unsere Nerven, wirkt ausgleichend auf den Blutdruck und den Kreislauf. Weißdorntinktur kann auch über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden, zumal es schon so 1 Monat dauert, ehe sich eine Wirkung zeigt.