Pflanzen Waldviertel

Experten Tipp Eunike Grahofer, “Mein Bezirk”“, Bezirksblätter Waidhofen/Th, Oktober 2016

Farne

Für das Obst und die Füße

Gehen wir in unseren Wäldern spazieren, finden wir die verschiedensten Farnarten. Farne waren für die Obsteinlagerung seit je her von großer Bedeutung.  Betrachten wir diese am Beispiel der Apfeleinlagerung: Äpfel atmen kleinste Wassertröpfchen aus, wir nennen es umgangssprachlich „sie schwitzen“. Hierbei verbindet sich die Feuchtigkeit auf Schale mit der Luftfeuchtigkeit des Lagerraumes. Gerade diese Stellen der Apfelschalen bilden ein „Paradies“ für kleine Mikroorganismen, daraus resultieren braune Stellen und der Zerfall-Prozess nimmt seinen unweigerlichen Lauf. Um die natürliche Lagerfähigkeit der Äpfel zu verlängern, wurden im Spätsommer Farne aus dem Wald geholt. Farne haben einerseits keimtötende Eigenschaften, andererseits können sie sehr viel Flüssigkeit aufnehmen. So wurden die Farne sorgfältig auf dem Obstregal aufgelegt, und direkt darauf wurden dann die Äpfel  gebettet. Sondern die Äpfel nun Flüssigkeit ab, nimmt der Farn die Flüssigkeit auf, und die Äpfel bleiben äußerlich trocken, zusätzlich wirken  die keimtötenden Inhaltsstoffe. Auf diese einfache und effiziente Weise konnte das Obst für die Wintermonate länger haltbar gehalten werden.

Auch für die Füße, wusste die Volkskunde die Farne zu verwenden. Neigte jemand zu Schweißfüssen, legte man Farne in dessen Schuhe hinein. Die Farne sind flach und drücken beim Gehen nicht. Sie nehmen auch hier die Flüssigkeit der Füße auf und wirken desinfizierend – eine perfekte Kombination zum Wohle aller!